Die Rückkehr des Heroin Chic
Auf Laufstegen, in Kampagnen und auf Social Media lässt sich zunehmend ein Körperideal beobachten, das viele schon überwunden glaubten: extrem schlanke Models, eingefallene Gesichter, ein Look, der stark an den „Heroin Chic“ der 90er Jahre erinnert. Damals wurde ein ästhetisiertes Bild von Fragilität, Krankheit und Selbstzerstörung gefeiert – heute kehrt es zurück, neu verpackt, aber mit der gleichen problematischen Botschaft. Statt Vielfalt und Gesundheit rückt erneut ein enges, unerreichbares Ideal in den Mittelpunkt.
Dass dieses Ideal wieder salonfähig wird, ist mehr als ein modischer Rückschritt. Es ist ein weiteres trauriges Zeichen dafür, dass sich gesellschaftlich viele ungute Muster re-etablieren, von denen wir dachten, sie hinter uns gelassen zu haben: Leistungsdruck um jeden Preis, die Romantisierung von Leid und die Abwertung von Körpern, die nicht „funktionieren“ oder normschön sind. Besonders für junge Menschen kann das verheerende Folgen haben, weil alte Unsicherheiten und Essstörungen neu befeuert werden.
Die Rückkehr des Heroin Chic steht damit sinnbildlich für eine größere Bewegung: Fortschritte sind fragiler, als wir gern glauben. Werte wie Selbstakzeptanz, Diversität und mentale Gesundheit müssen immer wieder verteidigt werden. Sonst droht die Vergangenheit nicht nur zu zitieren – sondern sich zu wiederholen.
Foto: ©ankerplatz > KI-generiert
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